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Auf Augenhöhe

Summary:

Doch Bibi entgehen auch die rot gebissenen Lippen, von denen sie plötzlich wissen will, wie weich sie sich anfühlen, nicht. Genauso wenig die milchige Haut ihres entblößten Dekolletés und das Schimmern ihrer Pupillen unter dem Tränenfilm. Verloren lehnt sie da an der Wand, und sieht trotzdem unglaublich schön aus in dem flackernden Licht der Neonröhren. Julias Blick trifft den ihren, glasige Augen starren sie an, flehend fast schon.

All das lässt Bibi kurzzeitig vergessen, wieso sie Julia für gewöhnlich nicht leiden kann.

Notes:

Wieso für Prüfungen lernen, wenn man auch bodenlosen Porn schreiben kann? In diesem Sinne GaLiGrü aus der rarepair-Hölle <3

Dickes Bussi an Mieze_Dorothee für das super schnelle und fantastische Beta!

Work Text:

Über das Plätschern des Wasserhahns, unter dem sie ihre Hände wäscht, hört sie das leise Schluchzen hinter ihr zuerst fast nicht. Erst, als sie die Hände zurücknimmt, der Bewegungssensor den Strahl versiegen lässt und es plötzlich ganz still im WC ist, dringt das leise Schniefen, so als würde es durch einen Stoff oder dergleichen gedämpft werden, unverkennbar durch die Kabinentür am Ende des Raumes zu ihr durch. 

Bibi hält inne, krallt die Finger in das viel zu dünne Trockenpapier, bis es unter ihrem Griff leise knistert, und lauscht angestrengt auf die Geräusche hinter der geschlossenen Tür. Auch wenn das Geräusch nun verstummt ist, braucht sie nicht lange, um eins und eins zusammenzuzählen. Es gibt nur eine Person, die um diese Uhrzeit noch hier sein könnte. 

„Julia?”, fragt sie in die Stille hinein, doch alles, was sie zurückbekommt, ist ein weiteres, jämmerliches Wimmern, das sich stark danach anhört, als würde die Person auf der anderen Seite hektisch versuchen die Luft anzuhalten. Erfolglos. 

Bibi seufzt. 

„Julia”, meint sie, verwundert über die Sanftheit in ihrer Stimme, nicht jedoch über die Tatsache, dass die Kabinentüre mühelos unter dem Stoß ihrer Finger nachgibt, als sie drei Schritte nach vorne nimmt und sie aufschwingen lässt. 

Was sie dort im Inneren sieht, bestätigt ihre Vermutung. 

Gegen die linke Wand steht Julia gelehnt, die Lippen fest aufeinander gepresst und die Hände in den Saum ihres Kostüms verkrampft, welches schief über ihren Schultern hängt. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich in unruhigen, flachen Atemzügen, das Gesicht hat sie zur Seite gewendet, aber Bibi muss ihr nicht in die Augen schauen, um den Schmerz darin zu erkennen.  

An anderen Tagen hätte sie jetzt mit den Augen gerollt, Julia mit einem bissigen Kommentar für ihre Naivität belächelt, und wäre einfach weitergegangen. An anderen Tagen hätte sie nicht mal einen Schritt Richtung Kabine getan. Aber die späte Stunde lässt sie sanftmütig werden und irgendwo sitzt so etwas wie Verständnis für die Situation ihrer Kollegin in ihr. 

Hat sie doch selbst schon an beiden Seiten der Tür gestanden. 

Also geht sie vorwärts, schließt die Tür hinter sich, anständig jetzt, und verschränkt die Arme vor der Brust: „He. Was wird’n des?”

Aber Julia sagt nichts, sieht sie nur aus verheulten Augen an. Zwei schwarze Rinnsale schmücken ihre Wangen, die bereits ganz rot und fiebrig aussehen. Die Haare kreuzen sich in Strähnen links und rechts wild über ihrem Kopf, als hätte sie mehrfach hektisch an ihnen gezogen, ohne zu wissen, wohin mit ihren Händen. Ihr Oberteil zeigt nichts mehr von der sonst so forcierten Anzüglichkeit, lässt dafür schlampig den schwarzen Spitzenstoff ihres BHs hervorstechen und auch der Rock, den sie trägt, ist längst nicht mehr dort, wo er hingehört. 

Doch Bibi entgehen auch die rot gebissenen Lippen, von denen sie plötzlich wissen will, wie weich sie sich anfühlen, nicht. Genauso wenig die milchige Haut ihres entblößten Dekolletés und das Schimmern ihrer Pupillen unter dem Tränenfilm. Verloren lehnt sie da an der Wand, und sieht trotzdem unglaublich schön aus in dem flackernden Licht der Neonröhren. Julias Blick trifft den ihren, glasige Augen starren sie an, flehend fast schon.

All das lässt Bibi kurzzeitig vergessen, wieso sie Julia für gewöhnlich nicht leiden kann. 

Und allen Dingen voran hat Bibi Mitleid mit ihr.

Die letzten Zentimeter auf dem kleinen Raum zwischen sind schneller überbrückt, als Bibi es für möglich gehalten hätte. Sie kann Julias heißen Atem im Gesicht spüren, die Sommersprossen auf ihren Wangen auch unter der Menge an Puder durchscheinen sehen. Einen Moment lang wartet sie ab, doch Julia rührt sich nicht, schubst sie nicht weg und bevor ihr Gehirn einen weiteren Gedanken zulässt, hat Bibi sich nach vorne gelehnt. 

Julias Lippen halten, was sie versprechen. Sind unheimlich zart bei der ersten Berührung und machen Bibi Hunger auf mehr. Der Kuss ist sanft, hat definitiv nichts von der sonstigen Feindseligkeit zwischen ihnen. Sie schmeckt das Salz der versiegten Tränen auf ihnen, den Hauch an Verzweiflung auf Julias Zunge, die sich zögernd, fast unsicher gegen ihre eigene bewegt. 

Doch für Unsicherheit ist keine Zeit mehr, dafür sind sie längst zu weit gegangen. Und je länger sie hier so stehen, sich halten und ihre Münder aneinander bewegen, desto weiter will Bibi gehen. 

Ihre Hände gehen auf Wanderschaft, mit den Fingerkuppen fühlt sie die kupfernen Locken nach, glättet sie, nur um sich im nächsten Moment wild in ihnen zu vergraben. Julia scheint es nicht zu stören, im Gegenteil, sie reckt sich ihr entgegen, seufzt und scheint unter jedem Handgriff, jedem Lecken von Bibis Zunge in ihren Mund förmlich zu schmelzen. 

Bibi tastet sich voran, Julias Hals hinab, bis über den Kragen ihres Blazers. Weich ist die Haut an ihrer Brust, und mit Leichtigkeit gelingt es Bibi, eine Hand in ihr Oberteil schlüpfen zu lassen. Das Zittern unter ihren Händen, als sie den Daumen über Julias Brustwarze rollt, bis diese hart und empfindlich wird, geht ihr bis in die eigenen Knochen. 

Langsam lässt sie ihre Hand weiter wandern, erkundet den Körper vor ihr mit beinahe irritierender Sorgfalt. Sie spürt, wie Julia unter jeder einzelnen Berührung schaudert, wie sich ihre Muskeln anspannen und im nächsten Moment wieder nachgeben. 

Bibis Finger gleiten ihren Oberkörper hinab bis zu ihrer Hüfte, die sie mit Nachdruck gegen die Wand drückt. Dann noch tiefer, den Stoff entlang, bis sie auf die Haut ihrer Oberschenkel trifft. Leicht gibt diese dort dem Druck von Bibis Daumen nach, sodass sie kräftig danach packt, bis Julia keuchend ihren Stand weitet. 

Hitzig ist die Haut, je weiter sie unter den kurzen Rock wieder nach oben gleitet. Angekommen an ihrer Mitte presst Bibi die Finger gegen den Stoff von Julias Slip, fühlt die Nässe, die das Material bereits durchtränkt und gleichzeitig wie Julia wieder in ihren Armen schaudert. Und das ist ein Gefühl, das Bibi nicht kennt. 

Oder zumindest schon so lange nicht mehr gespürt hat. 

Sie verstärkt den Druck, reibt mit Zeige- und Mittelfinger die Naht der Unterwäsche entlang, vor und zurück, fühlt die geschwollene Haut darunter, hört Julias Keuchen. Mit einem Mal will sie nichts mehr, als es gut für Julia zu machen – ihr die Nässe von den Wangen und stattdessen zwischen die Schenkel zu treiben. Sie feucht und samtig unter den Fingerkuppen zu spüren, einzutauchen in die fiebrige Wärme, die ihre Hand umgibt. 

„Fester”, fällt es jammernd wieder und wieder zwischen gierigen Küssen von Julias Lippen und Bibi erfüllt ihr den Wunsch mit Genugtuung. Drückt die Handfläche noch stärker gegen ihren Schritt, ignoriert das Krampfen ihrer Muskeln und konzentriert sich auf Julias Flehen. 

In ruckartigen Stößen reibt Julia gegen sie, fickt sich selbst gegen Bibis Handfläche und die Hitze zwischen ihnen ist schier unerträglich, könnte gleichzeitig nicht perfekter sein.

Verzweiflung kocht gleichermaßen wie Lust in ihnen beiden, denn es dauert nicht lange, bis Julia zitternd in ihren Armen liegt. In erratischen Kreisbewegungen auf ihrer Hand kommt, sodass Bibi ihren Orgasmus pochend an den eigenen Fingerkuppen fühlen kann. Sie trägt Julia durch die Wellen hindurch, greift ihr um den Rücken als diese wimmernd nach vorne taumelt, jegliche Spannung ihrem Körper weicht. Kurz herrscht Stille zwischen ihnen, nur ihr heftiger Atem füllt den Raum, während Bibi Julia hält und diese sich zurück aus ihrer Ekstase blinzelt. 

Genug Zeit, um dem Zweifel, der sich erneut in ihrem Kopf breitmacht, einen Platz zu geben. Moritz wird sie umbringen, ploppt es unwillkommen in ihrem Kopf auf. Sie wird ihm nie wieder in die Augen sehen können, nach dem, was gerade passiert ist. Panisch malt sie sich sein Gesicht aus, die Enttäuschung darin. 

Gott, sie wird zu feige sein, je wieder einen Fuß ins Präsidium zu setzen. 

Ihr Gedankenkarussell wird jäh von Julia unterbrochen, die Bibis Hand zwischen ihren Beinen hervorzieht. Schneller als Bibi ihr folgen kann, dreht sie ihre Positionen, kniet sich vor ihr hinab, nackte Knie auf dem kalten Fliesenboden, und hebt beide Hände an den Bund von Bibis Jeans. Geschickt schält sie ihr die Hose von den Beinen, bis kalte Luft auf ihre nackten Oberschenkel und ihren Schritt trifft, mit ihm entblößt, dass auch sie das hier nicht kaltgelassen hat. Widerstandslos lässt Bibi den Kopf nach hinten gegen die Wand fallen, blinzelt gegen das grelle Neonröhrenlicht an der Decke und sieht wieder hinab zu Julia. 

Es reicht eine Sekunde des Anblicks von Julia unter ihr und die Erkenntnis trifft sie schlagartig, wie im Wahn. Moritz spielt keine Rolle. Hier, auf dem engen Platz zwischen Tür und Toilette gibt es nur sie beide. Das weiß sie selbst, genauso wie sie es in Julias Augen sieht. 

Und mehr braucht es auch nicht, dass Bibi all die Vorschriften, ihre Moral und besonders ihren Kollegen vergisst und stattdessen nur mehr spürt. Julias weiche Finger an ihrer Hüfte, den heißen Atem auf ihrer Leiste, das Ziehen in ihrem Unterleib, welches sie so vermisst hat. 

Die scheint jegliche Zaghaftigkeit verloren zu haben, lehnt sich sogleich vor, bis sie die Nase in Bibis Schamhaar vergraben kann. Das Rauschen in ihren Ohren ist längst zu laut, aber Bibi meint, ein Seufzen zu hören. Im nächsten Augenblick rutscht Julias Gesicht jedoch schon tiefer. Ihr Mund trifft auf samtige, heiße Haut und als sie einmal breit mit der Zunge darüber leckt, schießt ein heißer Schwall an Erregung durch Bibi, der ihr jeden weiteren Gedanken aus dem Schädel pustet. 

Scheiße, es ist wirklich schon viel zu lange her. 

Und Julia ist gut. Nicht gerade geübt, aber eifrig. Sie kostet jeden Zentimeter freigelegter Haut, beißt in Bibis Schenkel, sodass sie aufjapst und küsst die malträtierte Stelle anschließend entschuldigend. Bibi lacht nur hysterisch, kann nicht glauben, wie gut sich all das hier anfühlt. 

Verschwunden ist daraufhin jede Vorsichtigkeit. Bibi drückt sich nach vorne, will Julias Lippen dorthin zurück wo sie vorhin waren, will das wieder fühlen, der Lust nachjagen, die endlich wieder in ihr flackert. Schwer fühlt sie das Pochen des Pulses zwischen den Beinen und Julia muss es auch fühlen, setzt ihren Zungenschlag im selben Takt an. Die feuchten, schmatzenden Geräusche von Julias Lippen auf ihren und ihrer Zunge, die sich jetzt langsam in sie schiebt, bringen sie beinahe um den Verstand. 

Viel zu laut kommt ihr das Geräusch für die enge Kabine und das stechende Licht, das nichts von ihnen verbirgt vor. Andererseits braucht sie genau das jetzt; nichts von ihrem Verlangen verbergen zu können. Von der süßen Lust, die in ihr brodelt und die sie bis nach außen tragen will. Denn um Liebe geht es hier nicht – weder für sie noch für Julia.

Aber vielleicht macht genau das es so einfach, wo sie doch beide dasselbe Ziel verfolgen. 

Ihren Wunsch nach Nähe als Triebbefriedigung tarnen. 

Mit schnellen Zungenbewegungen arbeitet Julia gegen sie. Als wäre Bibi das Köstlichste, was sie seit Ewigkeiten probiert hätte, und Bibi lässt sie gerne hören, was ihre Bemühungen mit ihr anstellen. Heiß geht es durch sie als Julia an ihrer Klitoris saugt, zwei Finger gegen sie drückt, langsam in sie schiebt und das Ziepen in ihrem Unterleib nur noch verstärken. 

In Tandem mit dem Lecken ihrer Zunge krümmt sie ihre Finger, drückt von innen gegen diese besonders empfindliche Stelle in ihr und Bibis Knie geben nach. Mit Mühe krallt sie eine Hand in Julias Locken, sucht nach einer Stütze, wo ihr die rutschige Oberfläche der Kabinenwand keine gibt und flucht, als Julia von ihrer Haltlosigkeit scheinbar nur noch mehr angespornt wird.

Ähnlich einem Ball an unbändiger Hitze zieht sich Erregung in ihrem Bauch immer und immer intensiver zusammen. Beinahe eine Supernova der Lust, die nur darauf wartet zu implodieren, um Bibi ganz mit Lust zu entflammen, sodass es ihr Hören und Sehen vergehen lässt. 

Laut klingt nun Bibis eigenes Seufzen hoch und echoend durch die Kabine, je unkontrollierter ihr Becken nach vorne zuckt, sie Julias Gesicht mit krampfhaftem Griff dort hält, sich gegen sie presst. Julias schlanke Finger dringen tief in sie ein, ihre Zunge presst sich gegen das äußere Nervenbündel und gemeinsam zwingen sie Bibis Körper, endlich der Glut in ihrem Inneren nachzugeben. 

Selten hat sie sich so leicht gefühlt, wie in den Minuten, als sie schwer schnaufend gegen die Kabinentür lehnt und versucht ihren Atem unter Kontrolle zu bekommen. Schwindelig schaut auf Julia hinab, in deren Haaren sie noch immer ihre Hand verkrampft hat. Wirr zwirbeln sich die Strähnen um ihre Finger, Bibi lässt sie los, streicht stattdessen mit der glatten Hand über sie und erst Julias Aufseufzen bringt sie aus ihrer Trance. 

Jetzt nimmt sie den Rest von Julia wahr. 

Ihre glasigen Augen, mit denen sie zu Bibi aufsieht, in denen fast schon etwas Ehrfürchtiges liegt und allen Dingen voran den feuchten Film, der über ihren Lippen liegt, sich von dort bis zum Kinn hinabzieht. 

Schweiß, Speichel und ihre Nässe eint sie und Bibi ist so fasziniert von dem Bild, sie schafft es nicht mehr auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie sehr sie das hier morgen bereuen wird.