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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2026-03-24
Words:
1,293
Chapters:
1/1
Comments:
9
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20
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2
Hits:
136

Findus

Summary:

Es ist kalt draußen. Lena ist müde und will eigentlich vor allem nach Hause, als sie ein Geräusch hinter einer Mülltonne hört.

Notes:

lena ist ein katzenmensch, was ich so sehr an ihr liebe. sie braucht bitte, bitte wieder eine eigene katze!! aber bis wir das im canon kriegen... selbst ist die frau! also voilà, hier ist protective lena mit einem winzigen flauschknäul.
danke an fallingforfandoms fürs motivieren und für die idee!

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Lena verfluchte ihre Jackenwahl ein wenig, als sie mit langen Schritten durch die kühle Frühlingsnacht stapfte. Heute Mittag war es fast schon zu warm gewesen, aber jetzt zog sie ihre Lederjacke enger um ihren Körper. Nicht, dass es viel bringen würde. Sie hätte auch nicht gedacht, dass sich diese Zeugenbefragung so lange ziehen würde. Hunger hatte sie jetzt auch. Johanna würde auch nicht mehr im Büro sein, sie hatte diese Woche ihre Töchter. Da machte sie rechtzeitig Feierabend. Und das war auch richtig und gut so. Was nicht hieß, dass Lena sie nicht auch vermisste, wenn sie in ein leeres Büro kam.

Als sie an einer Mülltonne vorbeikam, stutzte sie. Da hatte sich etwas bewegt. Sie blieb stehen. Dann hörte sie es ganz deutlich. Ein hohes, feines Miau. Wie von einem noch sehr jungen Katzenwelpen. Sie presste die Lippen zusammen und hockte sich hin, um besser sehen zu können.

Vorsichtig schob sie eine McDonald’s-Tüte beiseite und da sah sie es. Ein kleines, grau-weißes Wesen mit verquollenen Augen.

Es fiepste noch einmal.

„Oh nein, wer bist denn du?“ Lena streckte ihre Hand langsam aus und berührte das viel zu dünne Fell. Diese kleine Katze musste dringend zum Tierarzt.

Kurz entschlossen nahm Lena das kleine Wesen hoch und schob sie unter ihre Jacke. Wahrscheinlich würde sie das nachher bereuen, wenn die ersten Flohbisse an ihren Beinen und an ihrem Bauch auftauchten, aber das wäre es allemal wert.

 

 

Der stechende Geruch nach Desinfektionsmitteln und Tier war unangenehm in der Nase. Lena zog ihre Jacke schützend über ihren kleinen Findling. Die kleinen Pfoten tapsten knapp unterhalb ihrer Brust, ab und an konnte sie spüren, wie sich das kleine Köpfchen bewegte. Die Lehne des Plastikstuhls bohrte sich direkt unter den Schulterblättern in ihre Wirbelsäule. Hoffentlich kamen sie bald dran.

Das Kleine brauchte dringend was zu essen. Lena wusste, dass es für Katzen schnell lebensgefährlich wurde, wenn sie nicht regelmäßig was zu fressen bekamen, und sie konnte nicht einschätzen, wie lange das Kleine schon auf der Straße unterwegs war.

Endlich war das Zimmer frei und die Tierärztin winkte sie hinein. Sie hatte tiefe Augenringe und aus ihrem Pferdeschwanz hatte sich eine dunkelbraune Strähne gelöst. Lena nickte ihr zu, als sie an ihr vorbei ins Behandlungszimmer ging. „‘n Abend.“

Dann öffnete sie die Jacke und holte ihren kleinen Findling heraus. Er fiepste jämmerlich, als das helle Licht und die kühle Luft die warme, schützende Jacke ersetzten.

Vorsichtig nahm die Tierärztin das kleine Fellknäul auf die Hand. Es sah noch erbärmlicher aus, wie es in der großen Handfläche auf diesen blauen Nitrilhandschuhen mit seinem viel zu großen Kopf nach einer Wärmequelle suchte.

„Na, wen haben wir denn da“, murmelte die Tierärztin sanft. Sie hob seinen Schwanz an. „Ein kleiner Kater. Und immerhin scheint er keinen Durchfall zu haben.“

Dann setzte sie ihn auf den Metalltisch. „Die Augen sprechen für einen Infekt“, sagte sie. Sie horchte ihn mit ihrem Stethoskop ab. Kritisch beäugte sie sein Fell. „Ein Bad gegen Flöhe sollte er auch bekommen. Den Armen hat es echt erwischt.“

Die Furchen auf Lenas Stirn vertieften sich. Wenn sie die Person, die diesem unschuldigen Wesen das angetan hatte, in die Finger bekam – der gnade Gott. „Wird er es schaffen?“, fragte sie.

Wieder kräh-fiepste es vom Tisch aus. „Kampfgeist hat er.“ Mit einem geübten Blick guckte die Tierärztin ihm ins Maul. Der Kleine fuchtelte mit seinen winzigen Pfötchen.

„Ich kann Katzenschnupfen nicht ausschließen, würde einen Test machen“, murmelte die Tierärztin in Lenas vage Richtung und unterdrückte ein Gähnen. „Augensalbe, ein Shampoo gegen die Flöhe, das könnte ich Ihnen heut schon mitgeben. Weiß aber nicht, wie das mit der Auffangstation aussieht, die sind ziemlich ausgelastet. Meine Frau kann Ihnen an der Rezeption aber Kontakte geben.“ Dann blickte sie auf und musterte Lena mit einem kritischen Blick. „Wenn sie nicht in der Lage sind, den Kleinen alle paar Stunden zu füttern, lassen Sie ihn lieber gleich hier.“

Lena verschränkte die Arme vor der Brust. „Findus kommt mit. Vorausgesetzt, Sie können mir was zum Päppeln mitgeben.“ Sie guckte die Tierärztin herausfordernd an.

Die hob nur eine Augenbraue. „Findus also?“ Sie setzte den Kater wieder auf den Tisch und kramte in einer Schublade nach Augensalbe und einem Tupfer für den Testabstrich.

„Problem?“

„Nee.“ Der Abstrich war gemacht und Findus mit Augensalbe versorgt, bevor er ausgiebig protestieren konnte. „Kommen Sie morgen mit ihm wieder, ja? Ich will sehen, wie er sich entwickelt. Dann haben wir auch die Ergebnisse.“

Als Lena wieder aus der Praxis in die kühle Nacht trat, war sie ausgestattet mit allem, was ihr kleiner neuer Mitbewohner für die Nacht brauchen würde. Er war warm und zerbrechlich in ihrer Hand unter ihrer Jacke.

 

 

Johannas Blick war eine Mischung aus kritisch und skeptisch, als sie in ihr gemeinsames Büro kam und Lenas Gesicht aus der Nähe betrachtete. „Alles in Ordnung?“

Lena, die mit einer gigantischen Tasse Kaffee am Schreibtisch saß, blickte auf. „Hm?“

„Du hast so tiefe Augenringe wie ich, als die Zwillinge neu geboren waren.“

Ertappt legte Lena die Hand auf ihre Bauchtasche, in der Findus gerade sein Nickerchen hielt.

„Was hast du da?“ Johanna kam um den Schreibtisch herum. In dem Moment bewegte sich Findus und streckte sich, seine Pfötchen weit gespreizt.

„Eine Katze?! Lena!“

„Ein Kater“, korrigierte Lena. „Ich hab ihn am Freitag gefunden.“

„Oh.“ Johanna hockte sich auf den Boden, direkt neben Lenas Schreibtischstuhl, und streckte Findus einen Finger hin. Seine Augen waren mittlerweile etwas weniger verklebt und er beäugte diesen fremden Finger vorsichtig.

„Und du behältst ihn?“

„Hätte ich ihn etwa da sitzen lassen sollen?!“

„Nee, natürlich nicht.“

„Siehste.“ Liebevoll strich Lena über das flohfreie graue Fell.

„Aber hier im Büro…?“

„Bislang hat sich noch niemand beschwert.“

Johanna stützte sich auf Lenas Oberschenkel ab. „Na, dann hoffen wir mal, dass das auch so bleibt.“

Sie streichelte Findus über sein Köpfchen, bevor sie sich aufrichtete.

 

 

Findus schnaufte leise und regelmäßig auf Lenas Brust. Gerade hatte sie ihm noch sein Futter verabreicht – langsam fraß er mehr und mehr Nassfutter – und ihm seinen weichen Katzenbauch massiert. Er war warm und weich und innerhalb der zwei Wochen, die er jetzt schon bei Lena wohnte, nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken.

Sie lächelte, als er sich streckte, gähnte und die Augen wieder schloss.

Sie war selbst kurz davor, wegzudösen.

Dann pingte ihr Handy. Widerwillig öffnete sie die Augen und angelte das Handy vom Couchtisch. Eine Nachricht von Johanna.

Ich habe den Mädchen heute von Findus erzählt und sie sind sehr neidisch. Sie verlangen Fotobeweise.

Lena grinste. Kurz entschlossen öffnete sie die Kamera und hielt das Handy ein gutes Stück von sich weg. Dann knipste sie ein Foto und schickte es an Johanna.

Bitte schön!

Die drei Pünktchen, die anzeigten, dass Johanna tippte, ploppten auf.

Wie süß!! 😍

Und verfressen, tippte Lena.

Ich meinte nicht nur den Kater 😉, schrieb Johanna.

Lena starrte auf diese Worte. Damit hatte sie nicht gerechnet. Ein ungläubiges Lächeln zuckte in ihren Mundwinkeln. „Hättest du das gedacht, Findus?“, murmelte sie, als sie weiter auf die drei Punkte starrte, die sich in ihrem Chat bewegten.

Die Mädchen wollen ihn mal besuchen kommen. Wäre das für dich/euch okay?

Lena blickte auf das selig schlafende Wesen auf ihrer Brust. „Was meinst du, hm? Besuch von der Kollegin, die mit mir flirtet?“

Findus zuckte mit einem Ohr, aber schlief weiter. „Du bist mir auch keine Hilfe“, murrte Lena, als sie wieder auf das Handy blickte und Johanna antwortete.

Klar, sag Bescheid. Könnt auch zum Essen bleiben!

Bist du dir sicher? Das könnte chaotisch werden 👀

Lena schielte wieder zu Findus und lauschte in die Stille ihrer Wohnung.

Vielleicht wäre ein bisschen Trubel gar nicht schlecht.

Sonst hätte ich es nicht vorgeschlagen. Lena drückte auf Senden.

Dann super gern!! <3

Wir sprechen morgen im Büro, ja?

Johanna sendete ein Daumen-Hoch-Emoji.

Als Lena ihr Handy wieder zu Seite legt, lächelte sie.

Notes:

feedback ist liebe!