Chapter Text
Es war nicht das erste Mal, dass Minho jemandem gegenüberstand, dessen Gesicht er wiedererkannte. Das hielt ihn nie davon ab, das zu tun, wofür er bezahlt wurde. In diesem Moment waren sie keine Menschen mit Vergangenheit, sondern lediglich eine Zahl, die es zu eliminieren gab. Nie hatte Minho hinterfragt wieso, weshalb, warum. Er tat was ihm aufgetragen wurde, so einfach. Wie ein Zahnrad in einer Maschine. Weder würde er später an sie denken noch würden sie ihn in seinen Träumen verfolgen. Das Einzige, was nach dem Abdrücken bleiben würde, wäre ihr Blut an seiner Kleidung. Eine Kleinigkeit, die sich leicht zu bereinigen ließ.
Doch diesmal war es anders. Minho kannte nicht nur das Gesicht, sondern auch die Stimme, seinen Geruch, den Klang seines Lachens. Vor ihm stand nicht nur ein Auftrag, sondern ein Mensch seiner Vergangenheit, die so viel anders als seine Gegenwart war. Etwas, was er vergessen wollte, vor dem er jedoch nie wirklich wegrennen konnte.
All das änderte jedoch nichts daran, dass die Mündung seiner schwarzen Neun Millimeter zwischen den braunen Augen von Han Jisung zielte. Ebenso wie dessen Glock 17 es tat. Das gleiche Modell, nur in Gold – eine Farbe die perfekt zu ihm passte. Vier Jahre haben sich ihre Wege nicht einmal gekreuzt, obwohl sie sich ganz offensichtlich für denselben Job entschieden hatten. Für Jisung hatte Minho sich immer mehr erhofft.
Minhos Atem stockte und er hatte Schwierigkeiten, seine Hand ruhig zu halten, mit der er die auf Jisung gerichtete Pistole festhielt. Hans Blick nach zu urteilen war Minho nicht der Einzige, der sein Gegenüber erkannt hatte. Jisungs Augen waren weit aufgerissen, seine Lippen leicht geöffnet. Das Blut rann ihm über sein Gesicht, was kaum gealtert zu haben schien; mit Ende zwanzig war das vielleicht auch noch nicht zu erwarten.
„Was machst du hier?“, brachte Minho endlich hervor. Er gehörte hier nicht hin, das war nicht die passende Umgebung für ihn, schoss es dem Älteren durch den Kopf.
„Das gleiche könnte ich dich fragen. Ich dachte, du wärst ausgestiegen.“ Die Stimme von Jisung hatte sich kein bisschen verändert, abgesehen davon, dass sie rauer klang. Er hatte seinen Gesichtsausdruck wieder unter Kontrolle gebracht und Minho konnte ihn nicht mehr lesen. Jisung war gut darin geworden, seine Gefühle und Gedanken für die Außenwelt nicht mehr sichtbar zu machen. Ein Nebeneffekt ihrer Arbeit.
„Was, hast du ernsthaft gedacht, dass ich nicht zurückgehen würde, nachdem du mich verlassen hast?“ Minho lachte bitter, um den Schmerz zu überspielen, den er noch immer an den Gedanken daran verspürte. „Ich hatte wohl kaum einen Grund, es nicht zu tun. Es war das Einzige, was mir noch geblieben war.“
Seine Worte fühlten sich ätzend auf seiner Zunge an. Minho wusste, dass er armselig war, und das musste er wohl kaum verstecken, nicht vor ihm. Nicht vor der Person, die ihn zu dem gemacht hatte, was er jetzt war.
„Du jedoch hast keinen Grund hier zu sein. Weißt du überhaupt, wie man die entsichert, Han?“, scherzte Minho und nickte zu seiner Waffe.
Mit einem schnellen Handgriff schob Jisung den Schlagbolzen zurück, entsicherte somit seine Glock 17, und zog provozierend seine Augenbraue hoch.
„Überrascht, Lee? Ich weiß sogar, wie man abdrückt. Gib mir also lieber nicht noch einen weiteren Grund es zu tun.“ Seine Stimme mochte dieselbe sein, doch er war es ganz bestimmt nicht. Minhos Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ihn so reden zu hören, zeigte ihm, dass genau das eingetroffen war, wovor er immer Angst gehabt hatte. „Also, was nun? Einer von uns muss abdrücken, wenn wir nicht beide draufgehen wollen.“
Minho benutzte seine freie Hand, um seine andere zu stützen und sie ruhig zu halten. Es kostete ihn etwas mehr Zeit als seinen Gegenüber, sich dazu durchzuringen, seine Waffe zu entsichern, doch er tat es. Töten oder getötet werden.
„Wer hätte gedacht, dass ich diese Worte mal aus deinem Mund hören würde. Es ist, als hätte das Kuscheltier Zähne bekommen. Ist dir Papas kleine Firma dann doch zu langweilig geworden? Dir scheint ja die Anerkennung von ihnen nicht mehr viel zu bedeuten. Bist du etwa durch eine Prüfung gefallen und sie sind Amok gelaufen? Oder hast du dich nach ein bisschen mehr Spaß gesehnt? Was ist mit dir passiert? Mein Lebensstil scheint dich ja scheinbar nicht mehr abzuschrecken.“
Die Worte sollten ihn provozieren, ihn aus seiner Deckung locken, doch Minho kam nicht umhin, gespannt auf seine Antwort zu warten. Und es funktionierte.
Jisung kam einen Schritt auf ihn zu und drückte ihm die Pistole unangenehm hart gegen die Stirn. „Halt deine verdammte Klappe!“
Minho musste lachen. Was eine absurde Situation das doch war. „Habe ich da etwa ins Schwarze getroffen?“ Seine Pistole, die nun gegen Jisungs Brust gedrückt war, ließ er sinken.
Minho kannte seine Stärken und seine Schwächen, dass musste er, wenn er überleben wollte. Normalerweise waren seine Schwächen jedoch so schwindend gering, dass sie ihm nie in die Quere kamen, außer heute. Wenn Jisung abdrücken wollte, okay. Aber er konnte das nicht und bluffen war nutzlos in diesem Moment. Es überraschte Minho selbst, wie viel Einfluss der Schönling ihm gegenüber immer noch auf ihn hatte. Die Gänsehaut auf seinen Armen kam nicht von der Waffe, die auf seine Stirn gedrückt wurde, sondern von dessen Atem, den er auf seinem Gesicht spürte. Jisungs dunkle Augen folgten Minhos Hand, in der sich seine Waffe befand.
Minho hob beide seiner Arme.
„Was machst du da?“
Minho bemerkte, wie Jisungs goldene Waffe nicht mehr konstant gegen seine Stirn drückte. Sein Griff wurde lockerer, doch seinem Gesicht konnte er immer noch nichts entnehmen.
„Na, was schon? Ich mache es dir leicht. Drück ab.“ Minho grinste ihn an. Kaum unterscheidbar von seinem echten, aber trotzdem fake. „Was? Ich werde ja nicht dein erster sein, oder?“
Jisung verdrehte seine Augen. „Keine Sorge, ich bin geübt.“
Gott, am liebsten hätte Minho geschrien, ihn geschüttelt. Wie konnte er nur so reden? Wie konnte es nur dazu kommen?
„Was haben die nur aus dir gemacht?“ Seine Worte waren nur geflüstert, nicht für Jisungs Ohren bestimmt, doch er stand zu nah vor ihm, als dass er sie hätte überhören können. Dieses leere Parkhaus nahm jedes Wort mit sich und brachte es wieder zurück.
„Genau das, worum ich sie angefleht habe.“ Der Lauf der goldenen Pistole wurde wieder fester gegen Minhos Stirn gedrückt. „Bist du etwa nicht glücklich mit meiner Entscheidung? Du hattest doch auch immer so viel Spaß, warum sollte mir der verwehrt bleiben?“
„Was redest du da für eine verdammte Scheiße?“ Seine Stimme halte an den Parkhauswänden wieder. „Wie viel Spaß ich hatte? Du weißt ganz genau, wieso ich damit angefangen habe. Ich hatte meine verdammten Gründe, du Arschloch! Aber du? Versuchst du einen auf großen Mann zu machen, um deine Eltern zu verärgern? Verstehst du überhaupt das Ausmaß von all dem hier?“
„Du warst schon immer viel zu sehr auf meine Eltern fixiert. Nur weil du keine mehr hattest. An deiner Stelle wäre ich deswegen echt mal zum Psychologen gegangen, aber die hätten da bestimmt auch nichts mehr retten können. Dafür ist da oben sicherlich schon zu viel kaputt gegangen.“
Das Bedürfnis, Jisung eine reinzuhauen, war so groß, dass Minho es kaum unterdrücken konnte. Nicht, dass dieser es nicht verdient hätte, denn das hätte er absolut, aber der Lauf seiner ungesicherten Waffe drückte noch immer unangenehm gegen seine Stirn und da wollte Minho es ungern riskieren, dass sich ein Schuss löste.
„Wow, du gehörst wohl zu den Leuten, die sich bei diesem Job selbst verlieren. Nicht, dass es mich wundert. Du warst schließlich schon immer der Schwächling von uns beiden.“ Minho senkte seine Hände. „Echt Wahnsinn, was sie aus dir gemacht haben.“
„Klar. Nur, weil ich den gleichen Weg wie du eingeschlagen habe, bin ich nicht mehr ich.“
Jisung lachte, eine Version, die Minho noch nicht kannte. Es klang wie Papier, das man zusammenknüllte. Sein Gesicht blieb weiterhin ausdruckslos.
„Nein, aber weil du noch immer eine ungesicherte Waffe auf mich richtest. Auf mich. Nicht, dass ich dir zutraue wirklich abzudrücken, aber es ist schon ziemlich krank, bedenkt man unsere Vergangenheit.“
Auch wenn es schon einige Jahre her war, er konnte wohl kaum deren Zeit zusammen vergessen haben. Minho konnte für ihn nicht nur ein Bekannter von früher sein, für den er nicht einen Funken an Gefühl übrighatte.
„Du glaubst also nicht, dass ich schießen würde? Gott, du warst schon immer der Eingebildete von uns beiden. Wenn es jemand von uns beiden schafft, dann wohl du, nicht wahr?“
„Ich bin immer noch ich, also nein. Ich kann dich nicht erschießen. Was denkst du, warum ich die Waffe runtergenommen habe? Kleiner Tipp am Rande, sowas macht man nicht, wenn man jemanden umbringen soll.“
„Sieht so aus, als hätte sich das Blatt gewendet und du bist nun der Schwache von uns.“
Auch wenn sie hier nun schon einige Minuten standen, konnte Minho es immer noch nicht fassen, dass das vor ihm wirklich er sein sollte. Er erkannte nichts, wirklich gar nichts, an ihm wieder.
„Du drückst nicht ab“, sagte Minho, nun nicht mehr ganz so überzeugt wie noch zu Beginn.
„Weißt du, die Menschen um mich herum haben mich schon immer unterschätzt. Doch jetzt tut das eigentlich keiner mehr, denn ich habe ihnen bewiesen, zu was ich wirklich fähig bin. Und wenn du wirklich denkst, dass ich nicht abdrücken würde, dann tut es mir leid dich zu enttäuschen.“ Jisung presste seine Lippen für einen Moment zusammen, ehe er Minho in die Augen sah. „Wir haben vielleicht eine Vergangenheit, aber ich bin schon vor langer Zeit über dich hinweggekommen. Du bedeutest mir nichts. Dich umzubringen wird für mich keinen Unterschied in meinem Leben machen, denn du hast seit Jahren schon keinen Platz mehr darin. Das ich dich damals verlassen habe, war die beste Entscheidung meines gottverdammten Lebens!“
Minho hasste sich dafür, dass jedes einzelne Wort sich in sein Hirn einritze. Der Druck auf seiner Brust wurde so groß, dass er kurz das Gefühl hatte, vielleicht gerade einen Herzinfarkt zu erleiden. Vielleicht war es wirklich nicht so schlimm, wenn Jisung abdrücken würde. Was wollte er in dieser Welt sowieso? Und auch noch jetzt, nachdem er all seine Befürchtungen über die letzten Jahre bestätigt hatte.
Im Vergleich zu ihm, konnte Minho nie von ihm loskommen. Seine Gefühle für ihn sind nie weggegangen. Ja, es war definitiv besser, wenn Jisung ihn endlich von all dem erlöste.
„Dann solltest du abdrücken.“
Es war kein Befehl, auch kein Flehen, sondern eine Feststellung. Für Minho hätte es nur Vorteile. Für sie beide.
„Beende das hier endlich.“
Er ließ seine Waffe zu Boden fallen und sah in Jisungs braune Augen, doch er konnte nicht sagen, was dieser gerade fühlte. Keine Ahnung, ob es daran lag, dass Han es endlich geschafft hatte, das vor anderen zu verbergen oder ob der ältere es einfach nicht mehr konnte, weil die letzten vier Jahre so viel verändert hatten. Möglicherweise lag es aber auch daran, dass Jisung zu Gefühlen nicht mehr in der Lage war. Anders konnte Minho sich nicht erklären, dass Jisung wirklich diesen Job ausübte. Anders konnte er sich nicht erklären, dass dieser wirklich in der Lage dazu war, ihn zu töten. Aber wenn das Letzte, was er sah, bevor er starb, Jisungs Gesicht war, dann war das wohl nicht der schlechteste Tod.
„Ich tue es wirklich.“ Jisungs Stimme war so kalt wie sein Gesicht. Kalt, aber immer noch so wunderschön.
„Okay“, flüsterte Minho und konnte nicht verhindern, dass er ihn anlächelte. Nie hätte er gedacht, seinen Ex überhaupt wiederzusehen. „Ich glaube dir.“
Ein letztes Mal ließ Minho seinen Blick über Jisungs Gesicht wandern. Seine Augen, die von ungerecht langen Wimpern umrandet waren, seine fast schon lächerlich gerade Nase, um die er ihn immer beneidet hatte, seinen angespannten Kiefer und seine blassen, aber immer noch so geschwungenen Lippen. Minho schloss seine Augen.
„Wann immer du bereit bist.“
Jisungs Atmung war laut, unregelmäßig. Und gerade, als Minho dachte, er könnte es wirklich nicht tun, zerriss ein Schuss die Stille. Für den Bruchteil einer Millisekunde hatte Minho das Gefühl, sein Kopf würde explodieren. Reflexartig flog seine Hand zu seinem Ohr, in dem es fiepte, als würde es jeden Moment zerreißen. Er spürte warme Flüssigkeit an seinen Fingern. Blut. Überrascht, dass Jisung ihm gerade fast sein Trommelfell zerstört hatte, sah er ihn an.
Erneut presste Jisung Minho mit solch einer Wucht seine Waffe an die Stirn, dass er zurück stolperte. Der Lauf fühlte sich heiß an.
„Fuck!“ Minho verstand kaum sein eigenes Wort. „Weißt du nicht, wo mein scheiß Gehirn ist?“ Wut brodelte in ihm hoch. Wieso zog Jisung es unnötig in die Länge? Konnte er nicht einfach den beschissenen Auslöser abdrücken und es gut sein lassen?
Es war, als hätte der Schuss nicht nur in ihm Schmerzen ausgelöst. Die Liebe seines Lebens sah ihn mit wässrigen Augen und aufeinander gepressten Lippen an.
„Wieso bist du zurückgegangen? Wieso hast du nicht einfach weitergekämpft? Wofür dann das ganze?“ Seine letzten Worte waren geschrien und die Neun Millimeter verließ Minhos Gesicht. Immer noch seine Waffe in der Hand, presste Jisung seine Handballen auf seine Augen.
„Was?“ Minho verstand nicht, was er sagte. Akustisch war es wie sich mit ihm über einen losgegangenem Feuermelder zu unterhalten, doch auch inhaltlich hatte er keine Ahnung, was Jisung sagte. Überrascht von seinem plötzlichen Gefühlsausbruch starrte er ihn an. „Für was sollte ich denn kämpfen? Du warst weg und etwas anderes hatte ich nicht. Du warst die einzige Person in meinem Leben, die mir wirklich etwas bedeutet hat.“ War das etwa nicht offensichtlich für ihn gewesen? Minho merkte, wie ihm das warme Blut den Hals herunterlief und Flecken auf seinem Tshirt hinterließ. „Das hier ist das Einzige, was mich noch etwas fühlen ließ, auch wenn es nur die negativen Gefühle sind. Besser als sich dauerhaft taub zu fühlen.“
Jisung nahm langsam seine Hände von seinem Gesicht und sah Minho mit großen Augen an. „Also bist du wieder auf sie zugegangen? Zu deiner gleichen Gang? Hast ihnen gesagt, dass du wieder mitspielen willst?“
Wut, Ungläubigkeit, Verzweiflung. Auf einmal konnte Minho ihn wieder sehen.
Er nickte, denn er traute seiner Stimme nicht. Minhos Hals wurde enger und er wollte sich einfach nur in Jisungs Arme werfen, auch wenn dieser ihn umbringen wollte. Und dann fing Jisung an zu lachen, aus vollem Halse. Er lachte so sehr, dass er sich auf seine Knie aufstützen musste. Auch wenn dieses Geräusch so einiges in Minho auslöste, dann doch wohl am ehesten Schmerzen in seinem Ohr. Irritiert beobachtete er ihn dabei, wie dessen Lachen abebbte.
„Es war also alles umsonst.“ Er schüttelte seinen Kopf. „ES WAR ALLES UMSONST!“ Sein Schreien ließ Minho zusammenzucken. Noch etwas, was er von ihm nicht kannte.
„Was war umsonst? Mein Ausstieg? Naja, ich habe wenigstens für zwei Jahre –“
„Unsere Trennung! Das hier.“ Er zeigte mit seiner Waffe zwischen ihnen beiden hin und her. „Wir arbeiten seit Jahren für denselben und sie haben einen verdammt guten Job gemacht, uns voneinander fernzuhalten. Und jetzt wollen sie uns loswerden.“
Minho drehte sich der Kopf. „Was erzählst du da? Du“, er hielt sich den Kopf, „du arbeitest auch für Cyrill? Warum?“
„Warum? Dieser Bastard hat mich damals erpresst! Er hat mir die Schuld für deinen Ausstieg gegeben und wollte, dass ich ihm einen Ersatz besorge, sonst …“ Jisung drehte sich von ihm weg und raufte sich die Haare.
„Sonst was?“ Minho ging auf ihn zu, nicht sicher wie nah er ihm kommen durfte. „Womit hat er dir gedroht?“
„Womit wohl?“ Jisung schnaufte.
„Er wollte mich umbringen, wenn du nicht machst, was er von dir wollte. Weil das die eigentlichen Regeln sind. Bist du nicht drin, bist du tot. Richtig?“ Er musste nichts sagen, Minho erkannte es an seinem Gesichtsausdruck. „Verdammte scheiße, wieso hast du mir denn nichts gesagt?“
„Es ist dir so schwer gefallen dich von ihnen zu trennen, außerdem hättest du es niemals zugelassen.“
„Du meinst, dass du meinen Platz einnimmst?“ Minhos Herz zerbrach in tausend Teile. Es war seine Schuld, dass Jisung so geworden ist. „Natürlich hätte ich das nicht! Aber wieso hast du ...“
„Dich verlassen? Ich hätte niemals bei Cyrill mitmachen und gleichzeitig mit dir zusammen sein können. Du hättest es mitbekommen.“ Jisung sah ihn verzweifelt an und Minho drehte sich alles. Er wusste nicht, ob es an dem Schock oder an seiner Verletzung lag, doch Sekunden später ließ er sich zu Boden fallen und entleerte seinen Mageninhalt auf dem dreckigen Parkplatzboden, bis nur noch Galle übrig war.
